Berlin/Trossingen, 6.11.2026
Neues Positionspapier
Amateurmusik ist eine Gesundheitsressource: Gemeinsam musizieren, Gesundheit stärken
Singen und Musizieren in Gemeinschaft stärken die psychische und körperliche Gesundheit. Mit einem neuen Positionspapier zeigt der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO), wie die Amateurmusik zu Prävention und Gesundheitsförderung beitragen kann und was Politik und Krankenkassen dafür tun sollten.
Gesundheitsförderung soll Menschen in ihrem Alltag erreichen, und für viele gehört die wöchentliche Chor- und Orchesterprobe fest dazu. Doch bislang kommen Amateurmusik und Kultur im Präventionsgesetz nicht vor. Auch im Leitfaden Prävention der Krankenkassen ist die Amateurmusik noch nicht verankert. Dabei gibt es bereits gute Anknüpfungspunkte, etwa bei der Gesundheitsförderung in Lebenswelten nach § 20a Sozialgestzbuch V.
Der BMCO hält es für unabdingbar, gemeinsam mit der Bundesregierung die gesetzlichen Grundlagen weiterzuentwickeln, die Amateurmusik in der Nationalen Präventionsstrategie und den Bundesrahmenempfehlungen aufzuführen und mit den Krankenkassen die verpflichtenden Leitfäden zu erweitern. Als zivilgesellschaftliche Partner müssen Chöre, Orchester und Musikvereine an der Entwicklung und Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen beteiligt werden. Dafür braucht es Qualitätskriterien im Leitfaden, die zur Praxis im Ehrenamt passen. Wissenschaftlich begleitete Modellvorhaben können zeigen, was die Amateurmusik für die Gesundheit leistet und wie sie dauerhaft eingebunden werden kann.
„Mit seiner Expertise und bundesweiten Vernetzung will der BMCO diesen Prozess aktiv begleiten und die nächsten Schritte mit Politik, Krankenkassen und Wissenschaft gestalten“, sagt BMCO-Geschäftsführerin Theresa Demandt. Alle Forderungen bündelt der BMCO in seinem neuen Positionspapier „Amateurmusik ist eine Gesundheitsressource: Gemeinsam musizieren, Gesundheit stärken“.
Mehr als Kultur: Musizieren als Gesundheitsressource
Der BMCO fördert somit nicht nur Musik. Wir stärken, was Menschen gesund hält. Nationale und internationale Studien zeigen, dass gemeinsames Musizieren das Wohlbefinden verbessern kann. Hinweise darauf liefert auch die NAKO Gesundheitsstudie. Sie ist Deutschlands größte bevölkerungsbezogene Langzeitstudie. Ihre Ergebnisse zeigen erste Zusammenhänge zwischen musikalischen Aktivitäten und verschiedenen gesundheitsbezogenen Merkmalen. Teilnehmer*innen berichten unter anderem von einer höheren Lebenszufriedenheit und besseren mentalen Verfassung.
Amateurmusik ist nicht nur kulturelle Bildung und Teilhabe. Als soziale Infrastruktur schafft sie Räume für Begegnung, Zugehörigkeit, gemeinsames Handeln und gesellschaftliches Engagement. Damit entstehen Bedingungen, die für Gesundheit und Lebensqualität bedeutsam sind. Rund 16,3 Millionen Menschen musizieren in Deutschland in ihrer Freizeit, in etwa 100.000 Chören, Orchestern, Musikvereinen und Ensembles. Diese Strukturen gibt es im ganzen Land, in Städten ebenso wie in ländlichen Räumen. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob neue Strukturen nötig sind, sondern wie die bestehende Infrastruktur der Amateurmusik in eine gesamtgesellschaftlich ausgerichtete Präventionspolitik eingebunden werden kann. Das gesamte Positionspapier finden Sie hier.
Weitere Informationen:
Der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) ist der Spitzenverband der Amateurmusik in Deutschland. Der BMCO repräsentiert 21 bundesweit tätige weltliche und kirchliche Chor- und Orchesterverbände mit insgesamt ca. 100.000 Ensembles. Er vertritt die Interessen von 16,3 Millionen Menschen, die in ihrer Freizeit Musik machen, gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Hauptsächliches Ziel des BMCO ist es, die Musikausübung breiter Bevölkerungsschichten zu aktivieren, die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen zu verbessern sowie die öffentliche Wahrnehmung der Amateurmusik zu stärken.
Pressefotos:

Gemeinsames Musizieren: ein Gewinn für die Gesundheit, Foto: Anke Franke
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Musik in Gemeinschaft fördert Gesundheit und Lebensqualität, Foto: Irina Rasimus
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